27.11.2009 – Kiel. Der schleswig-holsteinische Innenministers, Klaus Schlie, möchte, Schaulustige, Bilder von Unfallstellen ansehen lassen. Wenn es nach Schlie ginge, solle von Schaulustigen an Unfallstellen in Zukunft die Personalien aufgenommen werden und die betreffenden Personen anschließend als „Schocktherapie“ auf Polizei- oder Feuerwehrstationen Bilder von Unfällen anschauen müssen.
Dazu erklärt der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Schleswig-Holstein (JuLis), Patrick Löffel:
„Es ist zwar richtig, dass das Problem der zunehmenden Schaulustigkeit an Unfallstellen von Minister Schlie auf die Tagesordnung gesetzt wird. Eine Zwangstherapie für Gaffer kann und darf aber nicht die Lösung des Problems sein.
Bei unterlassener Hilfeleistung und Behinderung der Rettungskräfte müssen Konsequenzen nach dem bestehenden Strafrechts- und Bußgeldkatalog folgen. So sieht bspw. Paragraph 323c StGB für unterlasse Hilfeleistung am Unfallort eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor.
Aber auch für Schaulustige, die den Unfallort ohne Behinderung der Rettungskräfte beobachten, ist das Betrachten von Bildern von Unfallopfern nicht zielführend und unangebracht. Betroffene würden der Gefahr einer Traumatisierung ausgesetzt. Hierbei handelt es sich auch um eine psychische Körperverletzung. Außerdem würden die Polizei- und Feuerwehrdienststellen noch mehr belastet.
Die Gefahren des Gaffens sollten vielmehr durch eine Kampagne vor Augen geführt und in der Fahrschule sowie im Verkehrsunterricht in der Schule thematisiert werden.“





