
Was interessiert dich an Politik?
Politik beeinflusst ja jeden Tag das Leben von uns allen, deshalb sollten sich eigentlich alle Menschen ab einem bestimmten Alter dafür interessieren. Ich habe mich schon relativ früh für Politik interessiert. Wahrscheinlich liegt das daran, dass in meiner Familie oft über politische Dinge gesprochen wurde und mehrere meiner Verwandten und Bekannten kommunalpolitisch aktiv waren oder sind. Ich ärgere mich immer darüber, wenn gerade junge Menschen meinen, dass es egal sei, welche Parteien regieren und dass man sich deshalb nicht für Politik interessieren muss.
Wie bist du zu den Liberalen gekommen?
Die Bundestagswahl 1998 hat mein Interesse an der „großen Politik“ geweckt und ich habe mir da eigentlich zum ersten Mal konkrete eigene Meinungen gebildet. Irgendwann zu Beginn der rot-grünen Jahre kam bei mir der Wunsch auf, selbst irgendwie politisch aktiv zu werden und ich habe mir viele politische Internetseiten der politischen Jugendorganisationen durchgelesen. Dabei sind mir die Ideen der JuLis sehr positiv aufgefallen, die ich vorher gar nicht kannte. Am meisten überzeugt haben mich damals die Betonung der persönlichen Freiheit des Einzelnen und der Generationsgerechtigkeit. Als dann der Kreis unsere Schulaula für die Kreistagssitzungen teuer renoviert hat, während wir in einem gammligen Klassenraum aus Sperrholz saßen und Disteln aus dem Fußboden wuchsen, habe ich mich 2001 entschieden, den JuLis beizutreten. Nach der bitteren Niederlage bei der Bundestagswahl 2002 bin ich dann auch Mitglied der FDP geworden.
Wann bist du auf die Idee gekommen zu kandidieren und warum?
Der erste Gedanke, dass ich irgendwann vielleicht einmal für ein Abgeordnetenmandat kandidieren könnte, kam mir in meiner Zeit als Landesvorsitzender. Da habe ich gemerkt, dass Berufspolitiker letztlich auch nur mit Wasser kochen. Vorher war das viel zu weit weg für mich. Nachdem ich den Landesvorsitz abgegeben hatte, wollte ich mich erstmal auf meinen Job und mein Studium konzentrieren und etwas Abstand gewinnen. Mich haben dann viele darauf angesprochen, ob ich mich nicht wieder stärker einbringen und für den Landtag kandidieren möchte. Ich habe mich dann dafür entschieden, weil ich glaube, dass die Chance für einen politischen Wechsel in Schleswig-Holstein dieses Mal sehr groß ist und man als junger Abgeordneter die große Chance bekommen wird, endlich das umzusetzen, von dem man viele Jahre nur gesprochen hat. Die sich bereits abzeichnende Krise und die weiterhin visionslose Verwaltung unseres Landes durch die schwarz-roten Koalitionen haben mich darin bestärkt.
Welche Themengebiete interessieren dich?
Als alter JuLi-Veteran vor allem der Bereich der Generationengerechtigkeit. Das betrifft nicht nur die Finanzpolitik, sondern alles, was mit Nachhaltigkeit zusammenhängt. Außerdem interessiere ich mich besonders für Wirtschaftspolitik, die in Schleswig-Holstein vor allem den Mittelstand betrifft. Ich arbeite in einem mittelständischen Unternehmen und komme aus einer Selbständigen-Familie. Deshalb kenne ich mich mit den Problemen, mit denen unsere Mittelständler tagtäglich kämpfen müssen, gut aus.
Welche Ziele hast du dir gesteckt, wenn du in den Landtag kommst?
Ich möchte mich vor allem für die Zukunftsfähigkeit unseres Bundeslandes einsetzen. Wenn wir so weitermachen wie in den vergangenen 40 Jahren, ist aus meiner Sicht die Existenz Schleswig-Holsteins ernsthaft gefährdet. Wir müssen unbedingt die Wende schaffen hin zu einem zukunftsorientierten Bundesland, das vor allem daran arbeitet, dass es sich für die Menschen lohnt, hier zu leben. Die Grundlage dafür müssen wir aber schon mit unserem Wahlprogramm schaffen. Neben einer modernen Infrastruktur brauchen wir eine möglichst schlanke, aber leistungsfähige Verwaltung und ein vernünftiges Schulsystem mit gut ausgebildeten Lehrern. Außerdem müssen aufhören mit wettbewerbsverzerrenden Subventionen, die uns sehr viel Geld kosten.
Was möchtest du in deinem Leben erreichen?
Ich möchte vor allem ein glücklicher Mensch bleiben und irgendwann eine Familie gründen. Klingt sehr spießig, ist aber so.
Die Kandidatur wird dich viel Kraft kosten, wo gewinnst du neue Energie?
In meiner freien Zeit verbringe ich möglichst viel Zeit mit meiner Freundin, meinen Freunden und meiner Familie. Ich komme leider immer seltener dazu, aber am meisten Energie gewinne ich beim Fußball und beim Reisen. Ganz weit oben steht bei mir auch das Lesen.
Wer sind deine Vorbilder?
Es gibt einige Leute im privaten Umfeld, von denen ich sehr viel halte. Als Vorbild in der Geschichte fallen mir immer sofort die Geschwister Scholl ein, die trotz der großen Gefahr irgendwann enttarnt zu werden, immer weiter für die Menschlichkeit und die Vernunft gekämpft haben. Diese Geschichte beeindruckt mich immer wieder.





